Welches ist der "wahre" griechische Text des Neuen Testaments?

"Textus receptus"  Quelle:  Wikipedia   (Stand 20.02.2013)

Entstehung                  

Die Texttradition dieses Textus receptus beginnt mit der ersten Druckausgabe des griechischen Neuen Testaments, die Erasmus von Rotterdam 1516 unter dem Titel "Novum Instrumentum omne" vorlegte. Erasmus standen dazu sieben griechische Handschriften des Neuen Testaments zur Verfügung, die der Tradition des Mehrheitstextes zuzurechnen sind und aus dem 11. bis 15. Jahrhundert stammen. Aus diesen Handschriften gewann Erasmus unter Zuhilfenahme der Vulgata und von Bibelzitaten bei den Kirchenvätern seinen Text, den er an einigen Stellen selbst ergänzte, wo er nicht auf Quellen zurückgreifen konnte. Er wurde damit zum ersten Textkritiker des Neuen Testaments. Die Ausgabe wurde innerhalb von nur 5 Monaten vorbereitet und enthielt wegen des Zeitdrucks relativ viele Fehler. Eine zweite, korrigierte Auflage erschien 1519. Diese bildete auch die Textgrundlage für Martin Luthers deutsche Übersetzung. Drei weitere Auflagen mit Textänderungen erschienen 1522, 1527 und 1535.

Parallel zur Erstausgabe Erasmus' wurde in Spanien unter Leitung des Kardinals Jiménez ebenfalls eine Ausgabe des Neuen Testaments erarbeitet, die jedoch erst 1520 erschien.

Auf Grundlage dieser beiden Editionen gab Robert Estienne (genannt Stephanus) 1546 eine Ausgabe heraus, deren dritte Auflage 1550 erschien und unter dem Namen Editio Regia bekannt ist. Mit der vierten Auflage wurde von Estienne auch die bis heute angewandte Verszählung für das Neue Testament eingeführt. Estienne lehnte sich vor allem an die fünfte Auflage der Erasmus-Ausgabe an.

Der reformierte Theologe Theodor Beza veröffentlichte zwischen 1565 und 1611 (hier posthum) weitere zehn Ausgaben des griechischen Neuen Testaments, die vor allem auf der vierten Auflage der Ausgabe Estiennes beruhte, aber auch einige Änderungen enthielt, die teilweise weder durch die früheren Ausgaben, noch durch Handschriften belegt waren.

Auf diesen Text Bezas (aus der ersten und fünften Auflage) bauten die Drucker Elzevir ihre Ausgabe auf, die in der zweiten Auflage von 1633 dem Textus receptus seinen Namen gegeben hat. Insgesamt erschienen bis 1678 sieben Auflagen aus dem Haus Elzevir.

Diese Editionen werden als Ausgaben des Textus Receptus angesehen, weil sie im Wesentlichen auf die Arbeit Erasmus' zurückgehen und recht einheitlich sind, obwohl sie sich in kleineren Details jeweils unterscheiden.

(Ende des Textes aus Wikipedia)